Donnerstag, März 18, 2010
Wo kein Wille ist ist auch kein Weg
Wenig bis gar nicht überraschend kam gestern die Erklärung des BKA, daß "Löschen statt sperren" nicht funktioniere:Ein Mitarbeiter des BKA-Referats Kinderpornografie erklärte, das BKA versuche schon seit Jahren, die Seiten im Ausland löschen zu lassen. Der Erfolg sei "sehr begrenzt". Die Seiten verschwänden nach drei bis fünf Tagen, um dann an anderer Stelle in leicht abgeänderter oder auch identischer Form wieder aufzutauchen. (...)Was freilich keine neue Erkenntnis ist so wie man hier nach eigenen Angaben arbeitet. Da das BKA Netzsperren ja nunmal haben will - immerhin hätte man mit der Hoheit über die Zensurliste dann endlich auch eine eigene Kompetenz - wäre es ja auch fatal, würde man irgendetwas verändern, um die Effizienz zu steigern.
So unspektakulär also diese Mitteilung ist so lustig ist aber der logische Schluss daraus: Wenn löschen so ineffektiv ist, weil die Inhalte der gelöschten Server nach wenigen tagen woanders auftauchen, dann ist sperren ja noch viel ineffektiver, denn erstens ist die Sperre für jeden leicht zu umgehen, d.h. die Inhalte sind nie - nicht einmal für ein paar Tage - von Netz und weitens ist der technische Aufwand, dem Server einfach eine neue Adresse zu verpassen für die Täter viel geringer, als einen neuen Server aufzusetzen und den bekannt zu machen.
Sprich: mit Netzsperren sind die Inhalte vorraussichtlich nie weg. Mit Löschen selbst in der ineffektiven Form wie bisher wenigstens für ein paar Tage. Würde mans mit dem Löschen jetzt noch richtig machen, also so wie man Phishingseiten bei Bankbetrügern bekämpft, wäre es so, wie es die Sperrgegner von Anfang an fordern.Labels: netzpolitik, zensursula
von Jens Scholz direct link
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