Anfang der 2000er erkannte die Fossilindustrie, dass sie wirtschaftlich keine Chance hat gegen die Energieerzeugung aus Wind und Sonne. Ihre Lösung war, diese unter allen technischen und wirtschaftlichen Aspekten völlig logische Energiewende politisch zu machen und einer Partei zuzuordnen. Denn eine Partei klein zu halten ist einfacher, als eine in allen Belangen überlegene Technik zu verhindern. Dazu braucht man nur Medienmacht und so wurden damals Medienhäuser gekauft oder finanziert.
ie vermitteln nun ein konsistentes Bild der Themen Umwelt und Energiewende als eine Spinnerei von linken Träumern ohne Ahnung von Wirtschaft und von Kindern, die in Schulen nichts sinnvolles mehr lernen als Gendern und Diversität, die man nicht ernst nehmen sollte. Das ist wofür sie den ehemaligen Begriff für Rassen- und Klassenbewusstsein "woke" in einen für realitätsfremd umgedeutet haben.
Wir sind damit inzwischen an der Stelle, an der es die "realistischen" Menschen gibt und die anderen sind alle woke, links und grün. Und die werden von Medien und Politik entsprechend behandelt: wie Kinder, die man halt erziehen muss.
Das festigt das Selbstbild, das zb die CDU derzeit dazu bringt, Wahlergebnisse zu ignorieren und völlig selbstverständlich den Anspruch zu erheben, dass sich die Wahlgewinner vollständig nach ihnen zu richten haben. Und das wiederum zeigt einen weiteren Eskalationsschritt, denn der Trick, die ungewollte Energietechnik 20 Jahre im Zaum zu halten funktioniert nicht mehr, wenn die kleine Partei gewählt wird, in die man sie abgeschoben hat.
Demokratie wird jetzt ein Problem. Also wird jetzt die abgeschafft.
Das könnte man übrigens sofort ändern, wenn die Konservativen merken würden, dass erneuerbare Energie eigentlich gar nicht politisch ist und es auch lange nicht war. Merkel hat u.a. deswegen 16 Jahre lang regieren können, weil sie der Opposition ihre progressiven Themen einfach unter der Nase weggeschnappt und umgesetzt hat. Wir erinnern uns hoffentlich alle noch an das große SPD Wahlkampfthema "Ehe für Alle" und wie sie am Ende ihren geplanten Wahlkampf komplett in die Tonne kloppen mussten, weil Merkel das vor der Wahl einfach mal fix einführte.
Die Realität ist - wie so oft - wesentlich unspektakulärer: Spaltung suggeriert ja, dass es einen halbwegs gleich großen Anteil von Progressiven und Konservativen gibt, die sich unversöhnlich gegenüberstehen. Dass das so gar nicht stimmt, sondern vor allem ein Fehlschluss ist, der aus dem medialen false balancing von Meinungen (Wir bekommen ständig 50/50 eine pro und eine contra Stimme gegenüber gestellt ohne dass berücksichtigt wird, wie hoch der Anteil der beiden Gruppen eigentlich ist) entsteht, wird seit einiger Zeit immer wieder angemahnt, aber so richtig angekommen scheint mir das noch nicht zu sein.
Am Beispiel des pinken Trikots können wir aber erneut sehen, wie klein die Gruppe derer ist, die sich über das ach so woke rosa Shirt echauffieren und das sogar in einem Umfeld, das gerne als positiv ausgedrückt "bodenständig" angesehen wird: Es ist nämlich ein massiver Verkaufsschlager.
Was sagt uns das: Die Aufregung ist gar nicht so groß wie sie erscheint. Und die Spaltung der Gesellschaft ist in Wirklichkeit gar nicht vorhanden - die Kritiker des "Wokismus" einer T-Shirtfarbe ist eigentlich eine winzige Minderheit, die es ja zu jedem Thema gibt und die es auch immer gab. Der einzige Unterschied ist, dass man ihre Bedeutungslosigkeit früher medial korrekt eingeordnet hat und man sie folgerichtig ignoriert hat.