Freitag, Mai 16, 2008
Grundloser Blues
Vielleicht waren die letzten Tage einfach ein wenig anstrengend. Direkt nach dem Larp am Wochenende hab ich noch wegen eines wichtigen Termins am Montag gearbeitet, bin dann am Dienstag für eben jenen wichtigen Termin nach Hamburg geflogen, habe dort gute drei von fünf Stunden alleine über die besondere Wirkweise von Communities speziell für wenig internetaffine Zielgruppen referiert - auf englisch -, bin am Abend wieder zurückgeflogen und seitdem bin ich ein wenig aus dem Tritt.
Das äußert sich in einer gewissen Lethargie und wenig Begeisterung, was natürlich wieder verfliegt, sobald ich mich zu etwas aufraffe - gestern abend waren wir z.B. sehr lecker und in Ruhe Sushi essen. Aber ich bin müde und viel zu schnell gereizt, wenn man mich an Dinge erinnert, die die letzte Zeit so liegengeblieben sind. Die Wohnung müßte mal dringend aufgeräumt werden. Die Arbeitsecke ist noch immer nicht so, wie ich sie haben will. Die Küche wollte ich mal angehen; die ist zwar funktionell fertig, aber mir fällt einfach nichts schönes ein, wie ich sie mal aufpimpen könnte.
Ein Vorschlag, der mir heute gemacht wurde, gefällt mir ganz gut: Es ist ja offenbar so, daß man viel weniger Probleme damit hat, Freunden zu helfen, ihre Wohnung schön herzurichten als die eigene und daher machen wir das jetzt einfach reihum. Wie Eva mir heute erklärte, hab ich ja zum Beispiel eigentlich alles, um es mir schön zu machen. Kerzenleuchter, Decken, schöne Teller... die Sachen liegen aber blöderweise nur herum und wenn man sie richtig dekoriert ist auch kein Platz mehr, um Papiere und anderen Kram überall rumfliegen zu lassen. Hört sich sogar irgendwie logisch an, mal sehen obs funktioniert.Labels: privat
von Jens Scholz direct link 0 Kommentare
Mittwoch, Mai 14, 2008
Aufholen
Ok, auf die Schnelle mal ein Abriss der vergangenen zwei Wochen:Iron Man ist wirklich ein sehr schöner und empfehlenswerter Popcorn-Film, der von allen Comicverfilmungen bisher am meisten hübsches Geek-Material eingebaut hat. Im Großen natürlich der Umstand, daß es dreiviertels des Filmes darum geht, wie Tony Stark - den Robert Downey jr. zum Niederknien groß darstellt - seine Iron Man Rüstung kontruiert und immer wieder verbessern muss, bis sie endlich so aussieht, wie man sie kennt. Im Kleinne durch die vielen schönen Einsprengsel, die nur die Leute verstehen, die die Comics kennen (z.B. "S.h.i.e.l.d." oder die Ausrede, "es sei der Bodyguard gewesen") und natürlich durch den schönen Schlussgag mit Samuel L. Jackson nach dem Abspann, den freilich drei Viertel der Besucher nicht mehr mitbekommen haben. Und Jeff Bridges mit Bart und Glatze hab ich erst erkannt, als er was gesagt hat.
Dann war vorletztes Wochenende unser Maifest irgendwo im Spessart. Nach ein wenig herumzicken war das Wetter so super wie die ganze Veranstaltung. Ein Riesenspaß und das Highlight war dabei das wüste Fangen-Spiel und die fast schon unwirklich romantischen Abende mit viel Musik, Tanz und allem, was zum Mai so gehört.
Auch schön: Die Grillsaison wurde hinten bei Dave und Eva eingeläutet. Ungefähr so hab ich mir das Leben hier gewünscht - alle kommen zusammen, grillen, trinken und tratschen gemütlich in die Nacht hinein.
Tja, und das vergangene Wochenende dann mein und Joshuas erster Larp. Klar, ein wenig Rollenspielerfahrung hab ich und auch die Mittelaltermärkte, auf denen wir uns Mitte der Neunziger regelmäßig herumtrieben hatten ja schon ein paar Liverollenspiel_Elemente. Auch daß ich NSC, also kein Spieler sondern Statist war ist mir von da bekannt und Schapielerfahrung hab ich ja auch.
Aber mit einem Trollkostüm und fünf anderen Trollen vor einem von den Spielern magisch verschlossenem Burgtor zu stehen und trollisch - sprich dumm wie Brot - darüber nachzudenken, wie man da reinkommen kann ist schon was anderes. Ich bin auch noch gar nicht fertig damit, die vielen Eindrücke zu ordnen und weiß auch noch nicht, was eigentlich das beste daran war. Die vielen schönen Kämpfe, bei denen ich als Pirat, Troll, Geist, Magier oder Feuerdämon verkleidet Schwerter, Äxte und Prügel schwingend durch kleine und große Schlachten gedroschen bin. Oder die lustigen Tavernenabende mit viel Gesang und Getränk? Oder das unverschämt gute Wetter, bei dem ich in den zwei Tagen so braun geworden bin als wär ich eine Woche am Strand gelegen, weil ich als morgenländischer Wahrsager Ahlan ibn Sahlan einfach gemütlich in der Sonne Wasserpfeife geraucht habe? Oder weil ich mich gefreut habe, daß Joshua das alles so toll fand, daß er ganz vergessen hat, den desinteressierten abhängenden Emo-Punk zu geben, dem alles zu doof ist und stattdessen richtig aufdrehte und Freundschaften mit allen möglichen Leuten (interessant fand ich den großen Anteil an Pädagogen, Lehrern und Erziehern) dort schloss?
Demnächst gibt es Fotos und Videos, bis dahin dürfte ich die Flut von Bildern in meinem Kopf geordnet haben und dann schreib ich nochmal was drüber.Labels: kino, privat, sinnvolle freizeitbeschäftigungen
von Jens Scholz direct link 4 Kommentare
Donnerstag, Mai 08, 2008
Ausgerechnet wenn ich mal nicht viel schreibe
steh ich in irgendwelchen Zeitungen. Wie zum Beispiel in der aktuellen Ausgabe der Page, wo mein Eintrag über den letzten Magenta-Incident der Telekom zitiert wird.
Kann ich leider nichts machen, obwohl wir z.B. letztes Wochenende eine der schönsten Mai-Feiern ever hatten und ich da jede Menge lustige Sachen drüber erzählen könnte. Hab aber grade keine Zeit, denn wir mussten Grillen, ins Kino und jetzt schon das nächste Wochenende vorbereiten, morgen fahren wir nämlich aufs LARP. Da reichts einfach nicht zum bloggen. von Jens Scholz direct link 1 Kommentare
Dienstag, April 29, 2008
Die beste der vielen Antworten
auf das miese Jammergewäsch der Contentvermarktungsindustrie (die einfache Antwort wäre gewesen: "Ach Gott, heult doch. Ihr seid Vermarkter, die sich an einem nicht mehr funktionierendem Vertriebsmodell festhalten und geht daher vor die Hunde. Was niemanden stört, denn ihr seid ja nicht die Erzeuger von Kultur") ist definitiv diese hier:(...) Wir, das Internet, möchten Sie daher bitten, die Angelegenheit zur Chefsache zu machen, da es wohl derzeit kaum wichtigere Probleme gibt, um die Sie sich kümmern müssten.Ich bitte darum, eine Unterzeichnerliste zu eröffnen und ein Konto anzugeben, um dafür spenden zu können, daß dieser Brief in genau dieser wohlfeilen Formatierung ebenfalls als ganzseitige Anzeige in diversen Magazinen veröffentlicht wird.Labels: deppenalarm, musikindustrie
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Montag, April 28, 2008
Ola Podrida
Ich hab mich all die Jahre zurückgehalten und nicht vorab gewettet, daß Sandi Thom, Kate Nash oder Yael Naim groß rauskommen, als sie noch niemand kannte. Aber diesmal tu ichs, denn wenn Ola Podrida nicht bis zum Sommer das nächste große Ding werden fress ich nen Besen.
Vor einigen Wochen bin ich zum ersten Mal auf das hübsche Eastbound gestoßen bin, hab dann aber den Bandnamen vergessen (der Gag im Video hat mich wohl so abgelenkt, daß ich mehr auf Bild als auf Ton achtete). Letzte Woche dann fielen sie mir wieder vor die Füße und diesmal war das Lied nicht nur hübsch sondern herzzerreißend. Seitdem läuft die Debutscheibe bei mir rauf und runter.
Ich weiß nicht genau, was mir besser gefällt. Die Stimme von David Wingo, die schönen Texte, die unaufgeregten Arrangements, die sich total leicht anhören, sich aber immer mehr steigern, die leichte Ähnlichkeit mit Scott Matthew, den ich sehr verehre...ist aber auch egal. Diesmal will ich einer von denen sein, die früh genug sagen: Hört euch das an, das ist toll!Labels: musik
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Kein Entrinnen
Ich bin heute trotz miesem Wetter draußen nicht nass geworden. Weder heute früh, wo ich schon in der Bahn saß, als es begann zu regnen noch heute Mittag, als ich nicht raus musste weil ich heute mal rechtzeitig dran gedacht habe, Essen zu bestellen.
Aber leider erwischt es einen doch, wenn das Schicksal es will. Es ist vergebene Mühe, sich zu wehren, wenn es im universellen Plan notwendig ist, daß ich heute nass zu werden habe. Daher kam mir beim Öffnen der Flasche die darin enthaltene Apfelschorle in einer derartigen, wütenden Fontäne entgegen, daß es mir unmöglich war, mich in Sicherheit zu bringen. Die Flasche stand seit halb elf unberührt hier auf meinem Schreibtisch...
Seltsam? Aber so steht es geschrieben. von Jens Scholz direct link 3 Kommentare
Gelungene Wochenenden
zeichnen sich für mich als harmoniesüchtigen Ganzweitenddreißiger am Ende einer längeren Phase des Ich-weiß-garnicht-wohin-die-reise-gehen-soll-ens nicht mehr durch extremes Ausfüllen desselben mit aufwändigen Aktionen aus, die mit viel körperlicher Bewegung, dem Zurücklegen von weiten Entfernungen oder anderen möglichst ungewöhnlichen Freizeitbeschäftigungen aus. Sondern dadurch, daß ich Montag Morgens erholt und zufrieden bin.
Das bin ich heute nahezu, also muss das Wochenende ziemlich gelungen gewesen sein. Lassen wir mal sehen: Wir haben die Grillsaison mit einem gemütlichen Grillabend eingeläutet, an dem mir eine ganz hervorragende Shisha gelungen ist - es geht doch nichts über echte Holzkohle -, ich habe mit vielen Menschen telefoniert, die mir wichtig sind, habe viel Zeit mit der Süßen verbringen können, habe auch meine Terasse mit Kaffee und Kuchen einweihen können, ich habe meine "Kehrwoche" erledigt, nochmal zwei Kartons ausgepackt und meine Ex-Krankenversicherung versucht immer noch, so zu tun als habe ich sie nie gekündigt (Ok, jetzt weiß ich, wo das "nahezu" herkommt).
Ich denke also, das Wochenende war tatsächlich ein gelungenes.Labels: privat, sinnvolle freizeitbeschäftigungen
von Jens Scholz direct link 3 Kommentare
Samstag, April 26, 2008
Eisner kann sich leider nicht mehr wehren
Ich hatte mich echt gefreut, als bekannt wurde, daß die Verfilmung von The Spirit endlich angegangen wird. Und jetzt das: Frank Miller? Ich hab nicht grundsätzlich was gegen Miller und die Filme, in die er involviert ist. Sin City hab ich zum Beispiel auch gemocht, das war aber sein eigenes Zeug und blieb in ziemlich allen Belangen bei der Vorlage. Aber Miller hat doch eine völlig andere Philosophie als Will Eisner. Millers Welten sind immer sozialdarwinistisch, mit einfachen, fast schon faschistoiden Lösungsansätzen. Was macht denn so einer mit einer so vielschichtigen Figur wie dem Spirit?
Die stilistischen Ähnlichkeiten von Sin City und Spirit (die allein den Teaser fast schon zu einer Enttäuschung machen) sind doch rein Äußerlich und unterscheiden sich schon in der Grundintention: Wo Eisner die Ästhetik des Pulp ironisch einsetzt nimmt Miller die in Sin City Bierernst.
Eisners Welt ist zwar genauso hart wie Millers, aber deswegen hat er ja den Spirit dort hineingesetzt: Er versteckt ein höchst philantropisches, soziales Gewissen in dieser Figur. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß Miller, der völlig gegenteilige Vorstellungen von Heldenbildern hat, das berücksichtigt und fürchte, daß dem Spirit am Ende das, was ihn ausmacht, nämlich der Spirit, fehlen wird.
Ich werde ihm aber natürlich die Chance geben, mich eines Besseren zu belehren und wenn er das tut, mich auch drüber freuen. (via svenk, der auch eher skeptisch wirkt...) von Jens Scholz direct link 2 Kommentare
Freitag, April 25, 2008
The Ramp Movie
Eigentlich nur Werbung für BMW, aber unglaublich gut. von Jens Scholz direct link 2 Kommentare
Donnerstag, April 24, 2008
Der Rest des Tages
war ok. von Jens Scholz direct link 2 Kommentare
Der Morgen war schonmal nix
Erst denke ich es ist Freitag und gratuliere Astrid einen Tag zu früh zum Geburtstag, dann ist das Wetter launeverderbend eklig und zum Schluss wurde heute in der S-Bahn kontrolliert obwohl ich das Ticket nicht abgestempelt habe. Ich schließe daher hiermit offiziell mit dem heutigen Morgen ab.Labels: privat
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Mittwoch, April 23, 2008
Von Abenteuern im Jobcenter
erzählt Moni:Kaum hatten wir eine Wartenummer gezogen, stürmten zwei Polizisten herein, im Schlepptau einen Bediensteten des Amtes, der am Empfang arbeitet. Er sah über alle Wartenden hinweg, erspähte einen jungen Mann, zeigte auf ihn (der junge Mann saß - das war sein Schicksal in diesem Moment - mit dem Rücken zum Geschehen), und dann liefen die Polizisten zu diesem Mann und nahmen ihn fest. Ob die Bediensteten am Empfang eine Liste mit gesuchten Personen haben? Wenn polizeilich gesucht, sollte man sich wohl besser nicht beim Job Center melden.
Vor dem Job Center bewarben übrigens Billigstromanbieter ihre Dienste und prahlten mit jedem gesparten Cent.Labels: bloglinks
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Dienstag, April 22, 2008
DooLoad? Digitale Spammerrevolution, oder was?Also, da könnt ihr lange warten: Ich werde mich ganz sicher weder bei euch melden, noch registrieren, noch euren Service nutzen noch glaube ich euch, daß euch meine "Privatsphähre" wichtig ist (ihr wisst ja nichtmal wie man das schreibt) da ihr mir ansonsten ja nicht Werbespam senden würdet, die ich nicht angefordert habe.
Die digitale Revolution hat begonnen!(yada yada und so weiter...)
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DooLoad Media GmbH
Ernst-Augustin Str.12
12489 Berlin
Vertretungsberechtigter Geschäftsführer:
André Winkler
Handelsregister:
HRB 104307 B
Amtsgericht Berlin
Umsatzsteuer-ID:
DE814762968
Ich erwarte, daß das die letzte Mail von euch war, die nächste wird mit ner Abmahnung beantwortet. Und ich werde sicher nicht auf irgendeinen opt-out Link klicken, wenn ich nie einen opt-in getätigt habe. Tschö, ihr Vollpfosten!
Labels: spam
von Jens Scholz direct link 3 KommentareJugendbashing per Bundesinitiative
Anstatt sich endlich mal darum zu kümmern, daß unsere Jugend eine gute, sprich moderne und zeitgemäße Bildung, bekommt statt sie in halb verfallenen Bunkern mit Frontalunterricht von gestressten, ständig kranken und unmotivierten Lehrern mit Lehrinhalten aus dem letzten Jahrtausend zu verarschen, gibt das Ministerium für Kultur und Medien Geld für die Printlobby aus, um was gegen deren sinkende Absäntze zu unternehmen.
Blöd genug. Aber was noch ärgerlicher ist sind die Untertöne. Da kommen alle "alte Säcke"-Vorurteile rüber, die es so gibt. Einen schönen Überblick gibt (tatsächlich) dieser Artikel im Spon:Der Kampf gegen die Veränderung, den die an den Hebeln sitzende Klasse dieses Landes im Moment mit vereinten Kräften zu führen scheint, sieht von außen verdächtig nach einem Kampf gegen jene aus, für die das Netz zum Alltag gehört. Wie nur sollen sich die Jungen von einer Politik und einer Presse vertreten fühlen, die sie immer wieder für lesefaul und desinteressiert erklärt? Und das auch noch unter Zuhilfenahme von offensichtlich falschen Argumenten? (...)von Jens Scholz direct link 4 Kommentare
Samstag, April 19, 2008
Das Terroristenargument glaubt doch kein Mensch mehr
Wird aber immer noch gern bemüht:Auch die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Möglichkeit . Der Chef, Konrad Freiberg, sagte dem Abendblatt: "Das ist sinnvoll und erforderlich." Das hätten die Ermittlungen um die Terrorverdächtigen im Sauerland gezeigt. Dort konnten die Ermittler zwar die Garage, in der die Verdächtigen Sprengstoff mischten, abhören, was dort aber genau passierte konnten sie nicht sehen. "Diese Befugnis gilt nur bei konkreter Terrorgefahr. Dafür wird jeder Verständnis haben."Wenn in dem Gesetz drinstünde "Diese Befugnis gilt nur bei konkreter Terrorgefahr", dann würde ich zwar glauben, daß es tatsächlich so gemeint ist, aber angesichts dessen, daß das Bankgeheimnis mit der Begründung, die großen Steuerflüchtlinge fangen zu wollen, fiel und nun stattdessen die Harz4-Empfänger überwacht werden oder die ebenfalls angeblich für Terrorbekämfung gespeicherte Verbindungsdaten demnächst auch von der Musikindustrie genutzt werden kann, um Filesharingnutzer auszuspähen denke ich, hier gehts tatsächlich darum, Deutschland in eine Lidl-Filiale zu vewrwandeln.Labels: stasi2.0, überwachung
von Jens Scholz direct link 0 Kommentare
Freitag, April 18, 2008
Jarre nochmal
Hier gibt es prima Videomitschnitte von einigen Konzerthighlights als Quicktime in super Qualität, als m4v für iPods und als Stream (Keine Ahnung, ob es Zufall ist, daß das Verzeichnis offen ist).Labels: musik
von Jens Scholz direct link 0 Kommentare
Donnerstag, April 17, 2008
Jean Michel Jarre schreibt an YouTube
Jean Michel Jarre hat bemerkt, daß auf Youtube Videos von seinen Konzerten gelöscht werden und daher mal einen Brief geschrieben.
Außerdem schreibt er, daß er vorgestern nicht so zufrieden mit dem Licht war. von Jens Scholz direct link 0 Kommentare
Mittwoch, April 16, 2008
Jean Michel Jarre, Oxygene in Frankfurt
Okay, okay, ich habe mich offensichtlich überhaupt nicht vorher informiert, worum es bei dem Konzert gestern eigentlich ging, ansonsten hätte ich von vorneherein keinerlei Bedenken gehabt.Das Konzert gestern war nämlich eine Live-Performance von Oxygene zur Feier des dreißigsten Geburtstages von Jarres grandiosem Debutalbum. Und mit Live ist wirklich Live gemeint: Es gab keine Computer und keine Sequenzer. Jarre erklärte zu Beginn des Konzerts, daß er ja normalerweise immer "outdoor" spielt, aber wenn man eine Bühne mit fast vierzig Jahre alten Geräten vollstellen und den Klang von Röhren und Induktionsspulen erlebbar machen will, dann eignet sich eine Oper dazu einfach wesentlich besser. Er erwies sich bei dieser Gelegenheit als Geschichtssicher, da er sich besonders darüber freute, in Frankfurt zu sein, denn Oxygene habe er damals ja nicht nur aus Klanggründen aufgenommen sondern auch aus dem Bedürfnis, die Hörer für Ökologie zu interessieren und sich über die Zukunft des Planeten Gedanken zu machen - ihm sei daher sehr bewußt, daß Frankfurt damals eine der wichtigsten Keimzellen der grünen Bewegung in Europa gewesen sei.
Dann erzählte er, daß er Oxygene damals mit einem Achtspur-Bandgerät aufgenommen habe und daß er daher folgerichtig acht Hände benötige, um es live zu performen, weshalb er drei weitere Musiker mitgebracht habe, die mit ihm nun das komplette Album per Hand spielen würden.Das haben sie dann auch gemacht und es war ein wirklich beeindruckendes Erlebnis. Gerade weil es keine Megaperformance war sondern die vier sehr konzentriert spielenden Musiker nur von einer wunderschön schlichten, sehr abstrakten und durch die sauber und sparsam eingesetzten Effekte (z.B. durch einen riesen Spiegel) extrem stimmungsvollen Lichtinstallation begleitet wurden.
von Jens Scholz direct link 5 Kommentare
Und natürlich vor allem wegen des Klanges: So wie Oxygene damals ein unglaubliches Hörerlebnis war, weil man solche Instrumente einfach vorher noch nie gehört hat so unglaublich war das Erlebnis auch gestern, denn inzwischen hört man solche Instumente ja auch schon lange nicht mehr. Es ist einfach etwas völlig eigenes, wenn man analoge Wellen durch direkte Induktion zum modulieren bringt oder, wie man es inzwischen halt gewohnt ist, digital eine zweidimensionale Klangdatenmenge etwas umrechnet. Alles vibriert, pfeift und brummt in Frequenzen, die digital schon längst nur noch böse klirren würden oder einfach nicht mehr zu hören wären.
Wer die Gelegenheit hat, sich dieses Konzert noch irgendwo ansehen zu können sollte zuschlagen. Es ist jede Minute Wert. Jarre beweist nicht nur, daß er es durchaus immer noch musikalisch drauf hat sondern auch, daß er seine Visionskraft, die er in seinen Megakonzerten auslebt, auch in extrem minimalistischen Settings umsetzen kann: Oxygene war eine ständige langsame Steigerung, immer wieder kam ein anderes Element dazu, erst ein Lichtfaden quer in der Luft, dann eine Lichtsäule im Hintergrund, die erst spät zur Fläche wurde, dann kam der Spiegel, der die Jungs von oben zeigte und gegen Schluß gabs plötzlich auch Videoeinspieler. Die bunten Strahler waren extrem sauber auf Geräte und Flächen platziert und was sehr angenehm war: Es gab keine Nebeleffekte sondern Jarre legte Wert auf eine sehr scharfe und klare Sicht auf die Bühne.
Was gegen den Perfektionismus des Sets besonders herausstach war der Spaß, den Jarre offensichtlich hatte. Er freute sich ständig wie ein Schneekönig, wenn etwas besonders gut geklappt hat, sprang immer wieder mal über die Bühne, klatschte das Publikum ein und winkte freudig auf einem Bein stehend in die Menge, wenn es Zwischenapplaus gab. Seine Soloimprovisationen waren zu Beginn eher ungelenk, wurden im Laufe des Konzertes aber immer mitreißender.
Ganz klar, das war dieses Jahr das absolute Konzert-Highlight für mich. Jarres Mega-Konzerte an irgendwelchen Pyramiden oder Chinesischen Mauern kann man sich prima auf DVD ansehen, aber diese Geschichte muss man wirklich Live erlebt haben.










