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Mittwoch, Juni 11, 2008

Lange Vorträge halten
könnte ich darüber, warum dieses Tchibo Ideas so nie funktionieren wird.
Was man schon jetzt daran sieht, daß die gesamte auf den ersten Blick zwar vorhandene Mitglieder-Aktivität darin in Wahrheit künstlich ist, weil sie von offenbar schlecht gebrieften Agenturschreibern oder Tchibo-Mitarbeitern aufrecht erhalten wird.
Die tun ja nicht mal so, als wären sie normale Menschen sondern stellen "Fragen", die wie Werbetexte klingen und bebildern sie noch dazu auch noch mit Stockfotos. Allerdings fällt das dort kaum jemandem auf, denn auch die Antworten kommen scheinbar eher selten von "echten" Nutzern. Das macht das herumklicken echt befremdlich, denn der Großteil der Inhalte liest sich wie Dialoge aus einem Enid Blyton-Buch.
Ich geb dem Ding jedenfalls noch höchstens drei Monate, bis man merkt, daß man mit der viel zu großen Dominanz der Marke und des viel zu offensiven Produktbezuges gar keine Nutzer aus der mit den Funktionen anvisierten Zielgruppe erreicht (die sich hier wohl schnell veralbert fühlen und bei Bedarf nämlich "richtigen" Crowdsourcing-Portalen ansteuern wird) und man es sang und klanglos abschalten wird.

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von Jens Scholz   direct link      7 Kommentare
 

Dienstag, Juni 10, 2008

Mail-Loch entdeckt
Falls mir jemand so ungefähr zwischen der zweiten und vierten Aprilwoche eine Mail an die Adresse rechts geschickt hat: Habe grade festgestellt, daß in dieser Zeit nichts bei mir angekommen ist. Nicht einmal Spam.

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von Jens Scholz   direct link      0 Kommentare
 

Montag, November 26, 2007

Die ahnungslose Kaste
Früher gab es auf Seekarten immer diese unbekannten Stellen am Kartenand, dort wo noch keiner war und die Kartografen daher selbst überlegen mussten, was sich dort wohl befände. Das Ergebnis sind dann hübsch häßliche Seeungeheuer und Schriftzüge wie "Here be Dragons!". Ungefähr so funktionierte das auch mit den Winnetou-Büchern, die ja auch einen Wilden Westen beschreiben, den es so nie gegeben hat. Oder mit diesem Internet, über das man einigen Menschen in diesem Land, dummerweise ausgerechnet Politikern, erzählen kann, was man möchte, sie glauben es einem, wenns nur blutrünstig genug ist.
Undgefähr diesen Ansatz beleuchtet Mario in einem Vergleich von Wolfgang Schäuble mit Karl May:
Der Karl May des 21-ten Jahrhunderts heißt Wolfgang Schäuble und seine USA heißt Internet. Er selbst ist zwar noch nie an diesen seltsamen Ort gereist, berichtet aber gerne und wortgewaltig darüber. Das klingt manchmal nur leicht bizarr, etwa wenn er doziert "Der Handtaschendiebstahl ist durch den Datenklau und anschließenden Online-Betrug ersetzt worden", manchmal allerdings auch arg apokalyptisch (...)
Das Problem ist meiner Meinung aber gar nicht, daß Schäuble über ein Phantasieinternet erzählt. Das Problem ist, daß kein anderer nennenswerter Politiker mal widerspricht, denn das kann nur einen - sehr erschreckenden - Grund haben: Die haben alle genauso wenig Ahnung.
Und so wird wahrscheinlich diese hübsche Website demnächst als Beweis dafür herhalten, daß es diese Drachen am Rand der Welt tatsächlich gibt.

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von Jens Scholz   direct link      0 Kommentare
 

Freitag, Oktober 05, 2007

Nerds to rule the world
Ich quatsche und blogge meine Kollegen gerne und lange mit Themen voll, in denen es am Ende immer auf das "Öffnen von Schnittstellen" (ich nenns mal ÖvS im weiteren Verlaufe dieses Artikels, da ich jetzt noch nicht weiß wie lang der noch wird und wir wollen ja alle bis zum Abendessen zu Hause sein) hinausläuft.
ÖvS (r) ist, im Gegensatz zu sehr vielen Consultingstandardvorschlägen, die im Ende nur aufs Nutzer "binden" wollen hinauslaufen - was wie ich mal anmerken darf völliger Unsinn hier im Internet ist - , meiner Meinung nach die einzige sichere Methode, einen Service im Internet wirklich nachhaltig erfolgreich zu machen. Oder der Benchmark zu werden, ums in Managersprech zu formulieren.
Leider ist ÖvS (r), ich denke vor allem aus dem schon erwähnten Irrglauben an die Möglichkeit zur "Bindung" von Internetnutzern und der darauf folgenden Angst, jemand anderes könnte ja dann mit "meinen" Daten (nächster Irrglaube: Die Daten gehören in erster Linie den Nutzern) was eigenes machen und statt meiner reich werden, nicht sonderlich verbreitet in den Strategieworkshops der Webzwonull-Startups. Wahrscheinlich, weil da das fehlt, was das Internet zum Brummen gebracht hat: Eine gute Portion Nerdigkeit.
Internetnerds nämlich sind diejenigen, die die funktionierenden Services und Ideen ins Netz gebaut haben. Da gehört Google dazu, YouTube, das alte(!) Flickr, all die Dienste, die Schnittstellen haben, die man Mashuppen kann, die man an der Metaebene anfassen kann. Die Metaebene nämlich ist, was das Internet groß gemacht hat: Die Ebene, in der alles vernetzt werden kann, in der es keine Abgrenzungen mehr gibt und in der jeder Nutzer zum Nutzen beiträgt (Eins meiner Lieblingssprüche ist übrigens Im Internet heißt man "User", überall sonst nur "Consumer").
Internetnerds fragen sich nämlich solche Dinge wie
wie kann es sein, dass für so etwas wichtiges wie die bestimmung des geographishen orts an dem ich mich befinde kein standardisiertes verfahren besteht um ihn herauszufinden? warum sind die bereits existierenden dienste völlig inkompatibel miteinander, warum öffnen sie zur ortsbestimmung und für den datenaustausch nicht ihre schnittstellen?
und nicht "Wie mach ich meinen wasweißicho-Klon profitabel?". Der Witz ist, daß die Profitabilität kommt, wenn die eigentlich viel wichtigere Frage beantwortet ist: "Wie kann ich im Internet was zur Verfügung stellen, das man dort wirklich brauchen kann?". Aber dann müßte man ja auf die Nerds hören und *schluck* eventuell *schwitz* auch noch *räusper* Ernst nehmen.
Das schöne ist, wie Felix und ich am Samstag beim Cocktail trinken festgestellt haben, daß man uns Internetnerds - zuweilen mit großer Bewunderung, zuweilen zähneknirschend und mit Verachtung - immer brauchen wird. Wir latschen hier durchs Netz wie durch unser Wohnzimmer, werden von Leuten insgeheim bewundert, die "der Blog" schreiben und nicht verstehen, was wir richtig und sie falsch machen und werden nie arbeitslos, solange es das Internet in der Form gibt, wie es erfunden wurde: Als freies, grenzenloses Netzwerk zum Austausch von Informationen.

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von Jens Scholz   direct link      4 Kommentare
 

Mittwoch, August 29, 2007

Das ist ein einziges Trauerspiel
mit diesem "Bundestrojaner" und der Internetkompetenz unserer Regierung. Oder auch eine Lachnummer, aber ich ärgere mich eigentlich mehr darüber als daß ich mich amüsiere. Was gibt denn dieses Land seit Monaten für ein erbärmliches Bild ab. Wir haben einen Wirtschaftsminister, der "Leute hat", die für ihn "das Internet bedienen", eine Justizministerin, bei der die sie interviewenden Kinder vielsagend die Augen verdrehen, als sie fragt "Browser? Was sind denn jetzt nochmal Browser..." und die Dunkelziffer der Politiker, die sich E-Mails ausgedruckt vorlegen lassen dürfte jede Schätzung überschreiten.
Dann gabs letzte Woche die Story um die chinesischen Trojaner - mal abgesehen davon, daß die wirre Aufgeregtheit der Meldung keine Sekunde lang einer seriösen fachlichen und journalistischen Prüfung standhält (bzw. dem einfachen gesunden Menschenverstand). Ich kenne niemanden, der da nicht abgewunken und gesagt hat "Das ist ja nur eine Frage der Zeit gewesen, einen Beamten dazu zu bekommen, einen Trojaner auf seinem Rechner zu installieren ist stelle ich mir leichter vor als bei einer Zehnjährigen."
Was gut rüberkommt bei dem ganzen Drama um die Dilettanten in den Staatsämtern ist, daß die Bevölkerung resigniert das gelebte Stümpertum da oben akzeptiert. Was soll man auch anderes machen? Es hört ja auch nicht auf:
Das Bundesinnenministerium will offenbar mit Hilfe gefälschter Behörden-E-Mails Späh-Software - so genannte Bundestrojaner - auf den Computern von Terror-Verdächtigen installieren. Das berichteten der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "tageszeitung" übereinstimmend unter Berufung auf einen internen Vermerk des Ministeriums. Darin heiße es: "Das Versenden von E-Mails unter dem Namen einer anderen Behörde" könne in begründeten Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.
Da kann man sich doch nur noch sprachlos abwenden. Die Führung unseres Landes beweist inzwischen fast täglich, wie unerreichbar weit entfernt sie davon ist, auch nur das geringste bisschen Verständnis von Internet und IT-Sicherheit zu haben. Jedem Bürger, auch wenn er das Internet nur für eBay und YouTube-Filme gucken benutzt, fällt sofort ein, was für ein ausgemachter Unsinn da verzapft wird. Mal abgesehen davon, daß ich davon ausgehe, daß ohnehin kein Mensch auf die Idee kommt, daß eine E-Mail mit dem Absender "Finanzamt", das ein Executable als Anhang mitschickt, etwas anderes ist, als Spam. Selbst wenn die Mail tatsächlich vom Finanzamt käme.
Ich finds nicht mehr lustig. Mich bestürzt das. Ein Staat, der derartig weltfremd agiert ist doch unfähig, die korrekten wirtschaftlichen und sozialen Implikationen der Vernetzung zu erkennen geschweige denn, die richtigen Maßnahmen (z.B. Gesetze) daraus abzuleiten. Er behindert, wo er schützen soll und eröffnet immer mehr Missbrauchsmöglichkeiten, wo er eigentlich für Rechtssicherheit sorgen müsste. Er verunsichert mit seiner Inkompetenz alles und jeden und andere Staaten drehen ihm - und auch uns - inzwischen feixend eine lange Nase. Das muss eigentlich dringend aufhören, aber auch ich habe da keine echte Hoffnung mehr auf Besserung sondern schaue einfach nur, daß ich trotz meiner Regierung im Internet zurecht komme...

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von Jens Scholz   direct link      8 Kommentare
 

Montag, August 20, 2007

Soviel zur Idee
das Internet bringt seine Informationen als "dezentrales Medium" immer ans Ziel. Die halbe USA schon wieder mal nicht erreichbar, weil denen ihre DNSe nicht da sind.

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von Jens Scholz   direct link      2 Kommentare
 
.. jens scholz ..

personal news in undefinierter dringlichkeit, wichtigkeit oder thematik .. ein subjektives log als experiment, wie lange dinge, die wichtig erscheinen, es in wirklichkeit bleiben ..


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