Donnerstag, Januar 17, 2008
Die Welt dreht sich halt so
und immer noch ist alles ziemlich zäh. Der Makler schafft es nicht, mir endlich mal die Schlüssel zu übergeben und die mehr als knappe Kasse zehrt an den Nerven. Ich will renovieren und sollte mal anfangen, den Umzug zu planen. Dringlich wird das nicht, weil auch kein Nachmieter zu finden ist und ich somit den Februar ohnehin doppelt zahlen werde. Was wiederum mit meiner knappen Kasse schwerlich vereinbar ist.
Andererseits ist das alles nur temporär und irgendwann ist alles erledigt, die Provisorien abgebaut, die Dinge wieder im Fluss und ich muss diese Woche nicht alleine schlafen.
Das alles sorgt nicht wirklich für miese Stimmung bei mir sondern lediglich für eine gewisse Unlust zu bloggen und solange das die einzige Auswirkung ist, ist mir das Recht.
Montag und Dienstag bin ich auf dem DLD-Kongress, wäre schön, wenn ich die ein oder anderen Blogger oder Leser dort sehen würde (Lästern macht ja nur in der Herde Spaß und wenn wir Blogger was können, dann ja wohl Lästermobs bilden). Nach meiner Handynummer kann man gern per Mail fragen oder sie steht in Xing, einfach Kontakt machen, dann geb ich die frei.Labels: Laberflash, privat
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Freitag, Oktober 19, 2007
Auslaufmodell
Heute morgen mußte ich mangels Bohnenkaffee (inner Memo: Reservevorrat anlegen) auf Caro-Kaffee umsteigen. Ich friere nämlich nach dem Aufstehen. Je früher ich aufstehe, desto kälter ist mir. Kaffee ist somit eher wegen seiner diesem Umstand hervorragend entgegenwirkenden Temperatureigenschaften wichtig, denn wegen des Koffeins. Koffein wirkt morgens ohnehin nicht, sagt mein Gedächtnisteil, in dem all die sinnlosen Informationen landen, die man natürlich niemals im Leben vergessen wird. Denn es gibt verschiedene Arten von Müdigkeit. Die Schläfrigkeit am Morgen ist kaffeemäßig nicht zu beheben, die eventuell vergegenwärtigte Weckwirkung entsteht lediglich aus dem schon erwähnten Umstand, daß er heiß ist.
Caro-Kaffee ist ebenfalls heiß und ich wunderte mich auf Grund meines Wissens um die nicht vorhandene Koffeinwirkung auch nicht, daß ich mich nach einer großen Tasse davon tatsächlich genauso fit fühlte, wie wenn ich einen Bohnenkaffee getrunken hätte.
Was ich nur vergessen hatte, und das ist dem Umstand geschuldet, daß es wirklich schon sehr sehr lange her ist, daß ich Caro-Kaffee getrunken habe, ist die spezielle Eigenart dieses Getränkes, mich jede viertel Stunde auf die Toilette zu schicken. Nun muß ich mich heute erst Recht zwingen, eine ordentliche Menge Wasser zu trinken.
Ich bin mir im Übrigen bewußt, mit diesem Blogeintrag keinen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Position von Blogs in der Debatte um die Qualitätsunterschiede zwischen Bloggern und Journalisten geleistet zu haben.Labels: Laberflash, privat
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Donnerstag, Oktober 11, 2007
Obligatorischer Eva Herman Eintrag
Bla Bla Eva Herman bla blabla grütz laber Kerner. Herman blalaber bla Schreinemakers (argh!) rödel dödel bla bla. Dann bla laber und überhaupt was erlauben rhabarber rhabarber.
Yada yada blabla Herman gelaber katholen und rechte blablabla laber grütz. Und wenn blabla Buch zigmal genannt blabla, dann blabla und so. Außerdem dudeldudel armes Deutschland! Blalaber bla jeder eine Meinung und laber grütz Googletreffer absahn.
Bla bla laber Sack Reis in China bla düdeldü.Labels: eva herman, Laberflash
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Freitag, Oktober 05, 2007
Nerds to rule the world
Ich quatsche und blogge meine Kollegen gerne und lange mit Themen voll, in denen es am Ende immer auf das "Öffnen von Schnittstellen" (ich nenns mal ÖvS im weiteren Verlaufe dieses Artikels, da ich jetzt noch nicht weiß wie lang der noch wird und wir wollen ja alle bis zum Abendessen zu Hause sein) hinausläuft.
ÖvS (r) ist, im Gegensatz zu sehr vielen Consultingstandardvorschlägen, die im Ende nur aufs Nutzer "binden" wollen hinauslaufen - was wie ich mal anmerken darf völliger Unsinn hier im Internet ist - , meiner Meinung nach die einzige sichere Methode, einen Service im Internet wirklich nachhaltig erfolgreich zu machen. Oder der Benchmark zu werden, ums in Managersprech zu formulieren.
Leider ist ÖvS (r), ich denke vor allem aus dem schon erwähnten Irrglauben an die Möglichkeit zur "Bindung" von Internetnutzern und der darauf folgenden Angst, jemand anderes könnte ja dann mit "meinen" Daten (nächster Irrglaube: Die Daten gehören in erster Linie den Nutzern) was eigenes machen und statt meiner reich werden, nicht sonderlich verbreitet in den Strategieworkshops der Webzwonull-Startups. Wahrscheinlich, weil da das fehlt, was das Internet zum Brummen gebracht hat: Eine gute Portion Nerdigkeit.
Internetnerds nämlich sind diejenigen, die die funktionierenden Services und Ideen ins Netz gebaut haben. Da gehört Google dazu, YouTube, das alte(!) Flickr, all die Dienste, die Schnittstellen haben, die man Mashuppen kann, die man an der Metaebene anfassen kann. Die Metaebene nämlich ist, was das Internet groß gemacht hat: Die Ebene, in der alles vernetzt werden kann, in der es keine Abgrenzungen mehr gibt und in der jeder Nutzer zum Nutzen beiträgt (Eins meiner Lieblingssprüche ist übrigens Im Internet heißt man "User", überall sonst nur "Consumer").
Internetnerds fragen sich nämlich solche Dinge wiewie kann es sein, dass für so etwas wichtiges wie die bestimmung des geographishen orts an dem ich mich befinde kein standardisiertes verfahren besteht um ihn herauszufinden? warum sind die bereits existierenden dienste völlig inkompatibel miteinander, warum öffnen sie zur ortsbestimmung und für den datenaustausch nicht ihre schnittstellen?und nicht "Wie mach ich meinen wasweißicho-Klon profitabel?". Der Witz ist, daß die Profitabilität kommt, wenn die eigentlich viel wichtigere Frage beantwortet ist: "Wie kann ich im Internet was zur Verfügung stellen, das man dort wirklich brauchen kann?". Aber dann müßte man ja auf die Nerds hören und *schluck* eventuell *schwitz* auch noch *räusper* Ernst nehmen.
Das schöne ist, wie Felix und ich am Samstag beim Cocktail trinken festgestellt haben, daß man uns Internetnerds - zuweilen mit großer Bewunderung, zuweilen zähneknirschend und mit Verachtung - immer brauchen wird. Wir latschen hier durchs Netz wie durch unser Wohnzimmer, werden von Leuten insgeheim bewundert, die "der Blog" schreiben und nicht verstehen, was wir richtig und sie falsch machen und werden nie arbeitslos, solange es das Internet in der Form gibt, wie es erfunden wurde: Als freies, grenzenloses Netzwerk zum Austausch von Informationen.Labels: internet, Laberflash, nerdkram
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Donnerstag, Oktober 04, 2007
Gesammeltes
Die dämlichste Liedzeile, die es momentan in der Heavy Rotation gibt ist ja die vom Anfangen, mit dem Anfang anzufangen (...ready now to start a new beginning...).Heute Vormittag hat man ganz offensichtlich vergessen, Sauerstoff in die Luft zu geben. Zum Glück ist das inzwischen besser, aber ich hatte durchaus das Gefühl, man könnte sich vielleicht auch mal Gedanken über sowas machen. Immer mehr Menschen, immer weniger Regenwald (war da nicht mal was mit "grüner Lunge?") und immer mehr Verbrennung muss sich doch irgendwie auswirken - und Feinstaub und CO2 haben wir ja dieses Jahr auch schon durch.
Meine Herbstswap-Cover drucken sich grade. Trotz knapper Kasse extra noch ne Farbpatrone besorgt. Dieses Jahr mal nur 10 statt 15 Teilnehmer, was aber vielleicht ganz gut ist, denn bis man 15 CDs mal angehört hat ging schon ziemlich viel zeit ins Land und Feedback zu jeder einzelnen Scheibe war bei der Menge leider auch nicht drin.
free the country with the several names
Labels: Laberflash, privat
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Mittwoch, Oktober 03, 2007
Ausschlafen
Nicht ausschlafen können ist meiner Meinung verantwortlich für mindestens 80% der schlechten Laune auf der Welt. Was wäre das für eine gut gelaunte, fröhliche, sanft gestimmte Menschheit, wenn es einfach normal wäre, erst aufzustehen, wenn man ausgeschlafen hat.Labels: Laberflash
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Freitag, Juli 27, 2007
Zeit, Ort und Gelegenheit
Es gibt immer mal Dinge, die aus einem herausdrängen, die besprochen sein wollen, oder diskutiert, oder auch erstritten. Gerade wenn man sich richtig ärgert, stellt man schnell sein Bedürfnis, den Zorn einfach so breit wie möglich herauszulassen, über alle Rechte anderer, damit nicht behelligt zu werden.
Für meine eigene Seelenhygiene ist es was außerordentlich wichtiges, hier Grenzen zu ziehen und einzuhalten. Das war auch mal anders und musste von mir - mit wechselnden Erfolgen - über eine lange Zeit richtig gelernt werden. Es lohnt sich aber, zu beachten, die richtige Umgebung zu wählen. Natürlich sollte und will ich auch nichts in mich reinfressen, aber ich differenziere beim notwendigen Luft machen, welche und wieviel Luft wo landet. Ein wenig landet z.B. immer mal hier im Blog, da es hier um meine Befindlichkeit geht. Aber nur in einem bestimmten Kontext, daher bleibt es bei allen Aus- oder Ansagen eher theoretisch und selbstreferenziell, ich stelle Überlegungen über mein Verhalten an und wie ich das Verhalten Dritter bewerte, das ist ein Sinn und Zweck dieses Blogs - daß das dann kryptisch ist, weil man natürlich vermuten kann, daß solche Einträge einen konkreten Grund haben, der hier nicht drinsteht, ist mir klar. Um den gehts hier aber nicht, daher fehlt er auch aus gutem Grund und daher gehe ich zwar auf dieser Ebene auch in Diskussionen ein, aber auf Nachfragen über den Hintergrund nicht und habe zuweilen auch schon Kommentare von Leuten gelöscht, die ihn kannten und hier diskutieren wollten. Was wiederum zu Missverständnissen führen mag, nicht jeder akzeptiert, daß ich an dieser Stelle nicht drüber reden will.
Das ist nicht aufs Internet beschränkt, ich verweigere mich Streit grundsätzlich dann, wenn die Umgebung dafür nicht die Richtige ist. Meistens ist das so, wenn sie mir zu öffentlich für persönliche Themen ist (auch das führt zu den entsprechenden Missverständnissen) oder Leute reingezogen werden könnten, die damit nichts zu tun haben (z.B. wenn mein Sohn dabei steht). Das hat ganz praktische Gründe, denn wenn man Streiereien nicht ausufern lässt, kann man sich auch wieder einkriegen und es bleiben schlimmstenfalls Meinungsverschiedenheiten und die sind ok und kann ich auch gerne so lassen (ich gehe nicht davon aus, daß jeder meiner Meinung sein muss).
Ich finde also, daß man Unbeteiligte nicht mit seinen persönlichen Differenzen belästigen sollte, einmal weil es schon so schwer genug ist, nur mit demjenigen auszukommen, auf den man sauer oder der auf einen sauer ist. Wenn ich mich ärgere ist die Gefahr doch groß, daß ich verletzend werde, Dinge sage, die mir schnell wieder Leid tun, mich verrenne, mich lächerlich benehme. Der Ärger verraucht irgendwann und die Relationen werden klarer. Wenn man dann feststellt, daß man sich zum Deppen gemacht hat ist das doof genug, aber wenn der Andere dabei auch noch Schaden genommen hat findet man sich schlimmstenfalls in der Situation, wegen einer lösbaren Meinungsverschiedenheit einen unlösbaren sich ständig weiterführenden Konflikt angezettelt oder sogar noch andere reingezogen zu haben und angesichts des eigentlichen Anlasses sinnlos noch viel mehr Zank zu verursachen.
Zum Anderen, weil es Leute wie mich gibt, die sich schnell unwohl und peinlich berührt fühlen, wenn andere einfach vor mir mit ihren Konflikten herumprotzen, deren Teil ich nicht bin. Ich empfinde das als rücksichtslos und arrogant. So wichtig ist Niemand und sein Groll auch nicht, als daß man damit Leuten die Laune verderben muss, die nur das Pech haben, gerade im Weg zu stehen oder im gleichen Raum.
Diese Differenzierung ist vielleicht etwas, was vielleicht auch gesellschaftlich mehr und mehr verloren geht, keine Ahnung ob wegen Internet und Medien, immer weniger Familienbindung oder warum auch immer (ich stelle zumindest öfter fest, daß meine Ansichten vor allem von Leuten mit Kindern und Familie geteilt werden). Daß das ein allgemeinerer Trend ist und weniger eine sporadische Charakterschwäche, sieht man vielleicht an diesen Nachmittagstalkshows, die mir wirklich körperliches Unwohlsein bereiten und die anzuschauen ich unerträglich finde. Ich fühle mich davon regelrecht belästigt, wenn Leute ohne ein Empfinden dafür, was privat ist und was nicht ihren Dreck vor mir auskippen und durchwühlen. Allerdings gäbe es diese Sendungen ja nicht, wenn es allen so ginge.Labels: Laberflash, privat
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Donnerstag, Juni 07, 2007
Wir sind so verdammt abgebrüht
1980 war ich in der sechsten Klasse. Wir wohnten in der Nähe von Alzenau, das ist nicht weit von Kahl, wo ein Atomkraftwerk steht und unsere Klasse hatte für eine Projektarbeit zum Thema Atomkraft etwa vier Wochen Zeit bekommen. Daher zogen wir zu viert durch die umliegenden Dörfer und befragten mit einem Kassettenrekorder bewaffnet irgendwelche Leute auf der Straße. Die Frage war naiv und natürlich würde man sie eigentlich anders stellen müssen: "Sind sie für oder gegen Atomkraft?". Ich habe ein paar Einträge in meinen alten Tagebüchern gefunden. Ich habe damals in sehr kurzen Sätzen geschrieben, fast Telegrammartig, aber sie zeigen mir, dass wir dieses Projekt und unseren Anteil daran sehr Ernst genommen haben. Auch naiv war die Vorstellung, guter Journalismus sei es, so genau wie möglich zu sein, was dazu führte, dass wir akribisch an die achtzig Seiten Gespräche vom Band abtippten - inklusive aller "Äh'" und "öhöm's". Damals schrieb ich auf, dass ich "keine Angst davor habe, dass da in den nächsten Jahren was passiert, aber wenn es hier irgendwann richtig viele Atomkraftwerke gibt, will ich lieber nicht mehr in Deutschland sein". Ich erinnere mich daran, wie unverständlich es für mich gewesen ist, dass die Erwachsenen sich solche Dinger ausdenken und hinstellen konnten. Eine der Schauboxen erklärte, wie ein Supergau funktionieren könnte. Und da stand, dass es in den USA schon fast einen gegeben hatte, im Mailer von Three Miles Island.
Am 26. April 1986 gab es ihn dann wirklich, denn es explodierte ein Reaktor in Chernobyl.
1986 wohnten wir in Pforzheim und ich war in der zehnten Klasse. Meine Tagebucheinträge von damals waren das typische Gejammer pubertärer, unsportlicher und zu kleiner Jungs mit Brille. Und dazwischen ein paar belustigte Einträge darüber, wie bescheuert das Geschreibsel ist, weil es sich ja anhört wie pubertäres Gejammer. Ich habe damals immer mal wieder vergessen, ein Datum aufzuschreiben, aber es war wohl Anfang Mai. Montag wahrscheinlich, denn ich schrieb darüber, dass, so langweilig das Wochenende gewesen ist, es heute in der Schule überhaupt nicht langweilig war, da es nur ein Thema gab: Tschernobyl (warum man das wohl heute anders schreibt?). Ich schrieb "Eigentlich wäre es mir lieber, wenn es langweilig geblieben wäre. Wenn Herr B. mich aus Latein geworfen oder Herr S. mir meine verhauene Mathearbeit zurückgegeben hätte. Jetzt kommt langsam heraus, was die Russen da eigentlich gemacht haben. Aber was soll denn der Scheiß? Wir haben weiß der Geier wie viele Atomkraftwerke hier rumstehen, glauben die wirklich, das kann hier nicht passieren?" Damals demonstrierten viele Schüler, wir hörten Weltuntergangsmusik von Pink Floyd und U2 sangen genau das was wir dachten. Wir schauten uns jede Nachrichtensendung an, um am nächsten Tag wieder zu diskutieren und wir waren sauer darüber, festzustellen, wie verflucht ignorant, wie ungeheuer bigott, wie verlogen, wie geld- und machtgeil diese Erwachsenen sind, die sich einen Scheißdreck um unsere Zukunft zu scheren schienen.
Heute blogge ich und schreibe gerne mal ironische Essays und zynische Bemerkungen zur Weltpolitik. Ich lese darüber, wie naiv und albern man Gutmenschen wie Bono und Herbert Grönemeyer findet und wie man sich süffisant darüber belustigt, wenn jemand die Welt verbessern will. Man überbietet sich mit Abgebrühtheit und Coolness. Niemand kann es uns Recht machen: Ist man unbekannt, braucht man ja nur drauf warten, dass er scheitert, ist er bekannt, kann man die Nase rümpfen über den satten Millionär, der uns die Welt erklären will. Wo wir doch alles besser wissen. Man steht über all diesen Dingen wie Idealen, Utopien und Solidarität, man ergeht sich in Abgesängen an das so genannte Gute im Menschen, wo auch immer das mal gewesen sein soll, denn jeder ist doch korrupt und käuflich und wenn nicht, dann nur, weil man es einfach noch nicht herausgefunden hat.
Wollen wir so sein? Postmodern und immer auf der sicheren Metaebene, von der aus man schon vorher weiß, dass man ohnehin nichts ändern kann? Ist das so wirklich die Lösung? Sich einfach dadurch aus der Verantwortung zu stehlen, in dem man die schon längst vollzogene Resignation und das klein Beigeben mit angeberischem Besserwissen übertüncht? Sind das die Spießer, denen wir uns intellektuell überlegen fühlen oder ist nicht vielmehr das spießig sein von heute, wenn wir dumm und zynisch über alles Lachen, was zu ändern man in Wirklichkeit zu bequem ist?
Wir sind so verdammt abgebrüht. Und wenn unsere Kinder uns Schaukästen hinstellen und erklären, was vielleicht in fünf oder sechs Jahren passieren könnte und wenn unsere Kinder uns Scheiße finden, weil genau das passiert ist und wir immer noch nicht unsere Ärsche hochbekommen, dann sollten wir vielleicht mal zuhören anstatt sie für naiv oder pubertär zu erklären, nur um uns wieder selbst so großartig und abgebrüht zu fühlen.
Denn in Wirklichkeit sind wir nicht abgebrüht.
Wir sind so verdammt feige.(erstmals erschienen vor knapp einem Jahr bei mindestenshaltbar. Irgendwie grade passend, finde ich...)
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Mittwoch, Mai 30, 2007
Irgendwas ist anders
Ich stand heute morgen im Köln an der S-Bahnstation. Die Sonne schien, ich hatte einen Kaffee in der Hand, ich schaute über Köln hinter dem Bahnhof, wo es zwar nicht wirklich schön ist (Baustellen, diese seltsame "We Will Rock You"-Containerburg, irgnedwelche Rohre...) aber dennoch stellte ich fest, daß ich mich so wie ich da stand wohl fühlte. Eigentümlich zufrieden damit, daß in diesem Moment alles genau so war wie es ist, für diesen Moment kein Gedanke an die eigentlich sehr komplizierte Situation. Oder schon, aber das ging in diesen zehn Minuten völlig in Ordnung.
Ich habe das Gefühl, daß eine riesige Belastung von mir abgefallen ist, die mich lange Zeit nervös und unleidig machte. Vielleicht ist es wirklich nur der neue Job, in dem ich mich so wohl fühle, wie schon lange nicht mehr. Vielleicht die dortige Verlagerung der Verantwortung auf Dinge, in denen ich völlig sicher bin.
Aber ich glaube, das allein ist es nicht. Ich freue mich in den letzten Wochen ständig über eigentlich kleine Ereignisse, die für mich wie Energieschübe funktionieren, angesichts des anstrengenden aber im Effekt ergebnisarmen Hin- und Hers in den letzten zwei Jahren, in denen nichts so zu funktionieren schien und alles einfach nur oft sehr anstrengend war und die Ergebnisse selten mehr als ausreichend um rumzukommen. Dinge wie abends eine Flasche Wein mit Freunden trinken. Ins Kino gehen. Im Zug ein spannendes Buch zu lesen. Mir die Sonne beim warten an einem S-Banhgleis ins Gesicht scheinen zu lassen. Musik zu machen. Sogar bei der Arbeit Spaß zu haben. Da renkt sich was ein und mit jedem Tag werde ich wieder beweglicher...Labels: Laberflash, privat
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Dienstag, Mai 29, 2007
ICE
fahren ist schon was schönes. Vor allem, wenn man damiit nicht mal eine Stunde von Frankfurt nach Köln braucht. Das Gemeine daran ist allerdings, daß man dann nicht mehr mit dem IC fahren will, der über zwei Stunden braucht. Lieber gibt man seine Bahncard 25 zurück, um sich eine Bahncard 50 dafür zu besorgen um dann für den selben Preis wie mit dem IC plus Bahncard 25 mit dem ICE plus Bahncard 50 zu fahren. Schweine.
Allerdings bin ich heute tatsächlich später im Büro angekommen, als ich wollte: "Wegen eines Feueralarms im Bahnhof Köln-Deutz ist der S-Bahnverkehr von und über Köln-Deutz vorrübergehend eingestellt...". So schlimm war das Feuer dann wohl doch nicht, denn eine Viertelstunde später kam die Bahn dann doch.
Schade, daß ich kein Diktiergerät dabei hatte, das luschtige, völlig unverständliche Genuschel des Holländischen Schaffners im ICE hätte ich gerne aufgenommen.Labels: Laberflash, privat
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Dienstag, Mai 22, 2007
Turning to Brot
Ich bin nicht gerade bekannt für ein großes Repertoire von ausschweifenden emotionalen Ausbrüchen oder expressiven Gefühlsregungen. So ist das auch im Moment in Bezug auf meine Entscheidung, plötzlich in Köln zu arbeiten und zu wohnen. Die Frage "Und? Wie ist es so?" beantworte ich zur Zeit gerne mit Erläuterungen darüber, den bestmöglichen Fahrkartenpreis herauszufinden und der Überlegung, doch noch auf eine Bahncard 50 upzugraden um die Segnungen des ICE nicht mehr ganz so teuer zu bezahlen zu müssen wie am vergangenen Wochenende.
Natürlich ist das nicht, was man hören möchte. Man will hören, ob ich mich wohl fühle, ob ich gut zurecht komme, ob ich das Gefühl habe, daß das die richtige Entscheidung war, ob ich mir über etwas Sorgen mache (außer über die Fahrtkosten).
Das kann ich aber noch nicht sagen oder ausdrücken. Solange alles, was ich im Moment tue, das erste Mal ist, also das erste "Heim-Wochenende" in Neu-Isenburg, die erste Arbeitswoche im Büro, das erste Mal hier abends was trinken gehen, die lange Strecke nach Düsseldorf hin und her fahren, stehe ich noch neben mir und beobachte mich selbst dabei. Das sorgt für Abstand und für nen klaren Kopf, den ich nötiger brauche als mir im Klaren über meine Gefühle zu alledem zu sein. Weil ich erst den Überblick brauche und wissen muss, wie ich faktisch zurechtkomme. Dann erst kann ich sagen, ob ich auch emotional zurechtkomme.
Ich verwandle mich schon immer in dem Moment, wo die Dinge eigentlich besonders aufregend, verwirrend oder unübersichtlich werden, in ein Stück Brot. Wenn die Panik um mich steigt kann ich es nicht brauchen, ebenfalls panisch zu werden. Das ist gut. Aber leider ist das im Falle von großer Euphorie und Freude auch so. Allerdings gelingt es mir inzwischen dann auch schon mal, diese Metamorphose in Weißgebäck zu stoppen.
Der Grund dafür ist, daß ich weiß, daß ich mich super in Sorgen oder Ängste reinsteigern kann. Man lernt das aber zu bekämpfen, wenn man z.B. in jungen Jahren eine Freundin hat, die sich gern auch mal nicht nur um Stunden sondern um ein oder zwei Tage verspätet, weil Termine für sie bei entsprechender Laune zu Richtwerten werden und man mangels Erfahrung dann gerne Stunden und Tage damit verbringt, sich alle hochkomplizierten Gründe auszumalen, die es dafür geben kann. Man macht sich Vorwürfe oder hat gar Alpträume und am Ende kommt ein "Ach, mir gehts so toll, da war so ein gemütlicher Baggersee. Da hab ich den ganzen Tag super gemütlich gefaulenzt" und wischt das alles ganz schnell als Hirngespinste weg.
Andererseits gibt es auch die Situationen, in denen alles in Ordnung und man bestens gelaunt und glücklichst verliebt ist und plötzlich die Welt einfach so mal ganz spontan und unangekündigt brutalstmöglich untergeht. Da muss man schauen, daß man sich einen festen Stand sucht, weil es keinem (und einem selbst am wenigsten) etwas bringt, wenn man sich darob in die nächste Depression stürzt.
Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja. Im Moment gibt es viele Veränderungen, von denen einige gewollt, andere nicht, aber überfällig und nochmal andere eher nervige Nebeneffekte sind. Ich mache mir nur kurz sorgenvolle Gedanken, ob oder wie ich hier eigentlich Leute kennenlerne. Wichtiger ist, daß die Kinder nicht zu kurz kommen. Oder auch, daß ich nun in gewisser Weise dafür gesorgt habe, daß einige meiner gut behüteten Illusionen verpuffen. Wie ich mich dabei fühle? Naja, ich muss echt arg früh aufstehen, um die richtige S-Bahn zu bekommen.Labels: Laberflash, privat
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Sonntag, Dezember 24, 2006
Geschenke sind verpackt
und unterm Weihnachtsbaum postiert. Bevors losgeht muss ich ein bissel Plauderflash abarbeiten. Ich selbst hab mir zu Weihnachten neue Schlittschuhe gegönnt. Natürlich hab ichs gleich übertrieben und mir gestern ne Blase am Knöchel gelaufen, aber das wird schon, nach drei vier weiteren Laufeinheiten werden die Dinger richtig gut passen - aber ich habe schon gestern gemerkt, wie viel besser ich mit ihnen zurechtkomme und wie fertig die alten eigentlich waren.
Batz und AS bewerfen mich mit Schnee, wenn ich das recht verstehe. Ich weiß nur nicht, was ich jetzt machen soll. Auch werfen? Wo ich doch so friedlich bin...
Ein paar geworfene Fragen kamen aus dieser Richtung geflogen. Da mir das in meiner Plauderlaune grad gut reinläuft, mach ich das mal klar:Gehst du gerne auf Partys?
Kommt drauf an. Ich gehe nicht oft auf Partys, aber wenn, dann geh ich auch gerne hin und nehme die beste Laune mit, die ich finde.
Wie oft gehst du im Monat weg?
Das ist ne komische Frage. Oder auch nicht. Zumindest ist es ne Frage, die wahrscheinlich ein jüngeres Klientel anspricht, denn "weggehen" zu zählen ist wahrscheinlich nur dann wichtig, wenn man keine eigene Wohnung hat.
Mit wem verbringst du deine meiste Freizeit?
Mit mir.
Mit wem gehst du meistens weg?
Mit anderen. (Brüller)
Wohin gehst du am liebsten?
Ich nehme an, was für Kneipen oder so? Ich mag Cocktailbars und gemütliche Kneipen. Wenn die dann auch noch als Strandbar daherkommen könnte ich den ganzen Tag dort verbringen.
Wo würdest du gerne mal hingehen?
In eine richtig gute Jazzbar in New Orleans.
Kennst du irgendwelche Geheimtipps in deiner Stadt?
Nein, jeder weiß, daß es im Treffer schön gemütlich ist.
Was ist dein Lieblingsgetränk auf Partys?
White Russian
Welches ist dein Lieblingsbier?
Köstritzer
Was hörst du gerne für Musik?
Auf Partys? Nicht zu laute. Ich hasse es, wenn die Leute in den Kneipen glauben, ihr Musikgeschmack ist wichtiger als mein Kommunikationsbedürfnis.Labels: Laberflash, Partystöckchen
von Jens Scholz direct link 3 Kommentare








